Montag, 13. Februar 2012

[Rezension] Ulrike M. Dierkes - Schwestermutter




Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 254
ISBN: 978-3-404-61553-0
Erscheinungstermin: 21. September 2004 (1. Auflage)
Format: Taschenbuch

Verlag: Bastei Lübbe

Klappentext:
Sie ist fünf, als eine Nachbarin zu ihrer Mutter sagt: "Sieht doch ganz normal aus, das Kind." Sie ist zwölf, als sie versteht, dass nicht die Frau, die sie für ihre Mutter gehalten hat, ihre Mutter ist. Sondern ihre große Schwester. Dass ihr Vater nicht im Krankenhaus ist, sondern im Gefängnis. Verurteilt wegen Kindesmissbrauchs. Das Beweismittel: sie.


Rezension:
1950 beginnt der Vater der Familie Jagsch die älteste Tochter, Marina, zu diesem Zeitpunkt 7-jährig, zu missbrauchen. Der Vater ist ein angesehener Künstler, nie hätte jemand gedacht, dass er sich an seinem eigenen Kind vergehen würde. Dieses Inzest-Verhältnis bleibt, vertuscht vom Vater und der Mutter, bis 1957 geheim. Denn ab diesem Zeitpunkt ist klar, die damals 13-jährige Marina ist schwanger - im 6. Monat, zu spät, um abzutreiben. Es gibt Gerede im Dorf, doch offen aussprechen tut es nur einer - anonym zeigt er das inzestuöse Verhältnis an. Marina wird daraufhin von ihrer Familie getrennt, so dass sie bis zur Geburt ihres Kindes zur Ruhe kommt. Wenige Wochen nach ihrem 14. Geburtstag wird Ulrike geboren - ein Bluttest gleich nach der Geburt zeigt an, dass der Vater von Marina auch der von Ulrike ist.

Marina bleibt in der Betreuung des Jugendamtes, doch Ulrike gelangt als Pflegekind in die Familie ihrer Mutter - ihre Großmutter, oder Frau ihres Vaters, wie sie sie später nennen wird, zieht sie lieblos als eigenes Kind groß. Als Ulrike 12 Jahre alt ist, teilt ihr ihre "Mutter" schonungslos die ganze Wahrheit mit: Das sie das Kind von Marina und ihrem Vater ist und das ihr Vater dafür im Gefängnis saß.

Von diesem Zeitpunkt an muss Ulrike den harten und steinigen Weg eines Inzestkindes um Anerkennung und Liebe im Leben gehen.



Ein ausgesprochen erschütterndes Buch! In ihrer Autobiografie beschreibt Frau Dierkes den schwierigen Weg von einem ungewollten und ungeliebten Inzestkind zu einer starken und selbstbewussten Frau. Der Schreibstil war sehr offenherzig, temporeich und intensiv, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte, ich musste einfach erfahren, wie es diese starke Frau geschafft hat, sich in eine solche zu wandeln.


Bewertung

Die Autorin:
Ulrike M. Dierkes ist eine deutsche Journalistin und Autorin, die mit – teilweise autobiographischen – Veröffentlichungen zum Thema Inzest bekannt wurde.
Dierkes ist Gründerin und Vorsitzende des 1996 gegründeten, eingetragenen und gemeinnützig anerkannten Vereins M.E.L.I.N.A. Inzestkinder/Menschen aus VerGEWALTigung e. V., für dessen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sie als Journalistin zuständig ist.

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.



Wie ich zu dem Buch kam:

Über das Internet wurde ich auf dieses Buch aufmerksam und habe es mir bei einer größeren Bestellaktion mitbestellt.


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