Freitag, 30. Dezember 2011

[Rezension] Ursula Poznanski - Erebos


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 487
ISBN: 978-3-785-56957-3
Erscheinungstermin: 19. Januar 2010 (1. Auflage)
Format: Taschenbuch

Verlag: Loewe

Klappentext:
In einer Londoner Schule wird ein Computerspiel herumgereicht – Erebos. Als Raubkopie geht es von Hand zu Hand und wer es spielt, kommt nicht mehr davon los. Dabei sind die Spielregeln äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance, Erebos zu spielen. Er darf mit niemandem darüber reden und muss immer allein spielen. Und - wer gegen die Spielregeln verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann das Spiel auch nicht mehr starten. Merkwürdig ist aber, dass die Aufgaben, die Erebos stellt, nicht in der Welt von Erebos, sondern in der Wirklichkeit ausgeführt werden müssen. Die Fiktion des Spiels und die Realität verschwimmen auf irritierende Weise. Auch Nick ist süchtig nach Erebos, bis das Spiel ihm befiehlt, einen Menschen umzubringen. Natürlich führt er diesen Auftrag nicht aus und wird prompt vom Spiel ausgeschlossen. Als auch noch sein bester Freund Jamie schwer verunglückt, begreift Nick: Erebos ist weitaus mehr als nur ein harmloses Computerspiel!


Rezension:
Nick ist ein ganz normaler 16-jähriger Schüler in England. Er geht tagsüber zur Schule und seine Freizeit verbringt er mit seinen Freunden. Einer dieser Freunde ist Colin, mit dem er auch die gleiche Schule besucht. Doch nach und nach fällt Nick auf, dass Colin sich verändert. Er ist kaum noch ansprechbar, hat plötzlich keine Zeit mehr und gibt sich mit Leuten ab, mit denen er bis vor Kurzem nichts zu tun haben wollte, schwänzt plötzlich die Schule - kurzum: Colin hat ein Geheimnis.

Doch wann immer Nick Colin darauf anspricht, stößt er auf eine Mauer des Schweigens. Jedoch nicht nur Colin scheint sich verändert zu haben, denn eines ist auffällig: Immer mehr Schüler seiner Schule zeigen die gleichen Verhaltensmuster wie Jamie. Nick beschließt hinter das Geheimnis zu kommen, warum sich alle so verändert haben. Nach und nach findet er heraus, dass unter der Hand CDs weitergereicht werden, einmal kann er eine Übergabe sehen, jedoch will keiner der Beteiligten etwas davon wissen. Nick bohrt, doch wieder stößt er nur auf eine Mauer des Schweigens.

Eines Tages jedoch bietet ihm eine Mitschülerin eine CD an und Nick beginnt zu verstehen, denn mit der Annahme der CD, auf der sich das Spiel Erebos befindet, sind bestimmte Regeln verbunden:

  • Erebos kannst du nur einmal spielen. Wenn du im Spiel stirbst oder ausgeschlossen wirst, ist es für immer vorbei.
  • Spiele das Spiel immer allein, es darf nie jemand dabei sein und erwähne niemals im Spiel deinen wirklichen Namen.
  • Sprich mit niemandem über das Spiel, weder im Spiel noch außerhalb, der Inhalt ist geheim!

Sobald Nick zu Hause ist, beginnt er, die Welt von Erebos zu erkunden und ist begeistert. Dieses Spiel ist neu und einzigartig, es verwischt die fiktive mit der realen Welt, denn um weiter voran zu kommen und im Spiel aufzusteigen, muss er Aufgaben sowohl innerhalb des Spieles, wie auch außerhalb bestehen. Nach und nach wird Nick süchtig nach Erebos und auch er beginnt sich zu verändern. Doch das Spiel bleibt nicht ohne Folgen für ihn und seine Umwelt ...


Bei diesem Buch handelt es sich um einen Jugendbuch-Thriller mit einem überaus interessanten Plot. Die Idee, ein Online-Rollenspiel zum Teil in der realen Welt spielen zu lassen, finde ich überaus faszinierend und ist mir so in meiner Bücherwelt noch nicht begegnet. Die Charaktere wurden mit viel Tiefe in Szene gesetzt und gerade die Wandlung von Protagonist Nick finde ich wunderbar nachvollziehbar dargestellt. Auf Grund dessen, dass ich persönlich jedoch noch nie viel mit Online-Rollenspielen anfangen konnte und auch nicht verstehen kann, wie sich ein ganzes Leben danach ausrichten kann, kann ich hier leider nicht die volle Punktzahl geben, denn mein Verständnis hierzu hat sich auch nach der Lektüre des Buches nicht erschlossen.

Bewertung: Note 2

Die Autorin:

Ursula Poznanski wurde 1968 in Wien geboren und begann nach einem abwechslungsreichen Schul- und Studienleben als Redakteurin bei einem medizinischen Fachverlag, für den sie immer noch tätig ist. Sie selbst sagt von sich, sie hätte sich schon immer gerne Geschichten ausgedacht, aber nie zu Papier gebracht. Wenn sie schrieb, dann nur Kurzgeschichten. Im Jahr 2000 nahm sie - leider erfolglos - an einem Drehbuchwettbewerb des ORF teil. Dadurch entdeckte sie, dass sie doch zu "längeren" Texten fähig war und fing Feuer. Sie sammelte Romanideen und schaffte es, mit "Buchstabendschungel" im Jahr 2003 ihr erstes Kinderbuch zu veröffentlichen. Es folgten Erstlesebücher, Kinderkrimis und ein Teenager-Liebesroman. Für ihre Werke wurde sie u.a. mit dem Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Wien ausgezeichnet und für den Österreichischen Kinder- und Jugendliteraturpreis nominiert. Bei Loewe legt sie im Frühjahr 2010 mit „Erebos” einen packenden Jugend-Thriller vor, der sich mit den Manipulationsmöglichkeiten virtueller Welten auseinandersetzt und gekonnt die reale mit der Welt des Online-Computerspiels verwebt. Ihr zweiter Thriller "Saeculum" für Jugendliche erschien im November 2011. Im Februar 2012 erschien ihr erster Thriller für erwachsene Leser mit dem Titel "Fünf" bei Rowohlt. Ursula Poznanski lebt mir ihrer Familie in Wien. (übernommen von Lovelybooks)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:

Bei meinem Österreich-Besuch im November erzählte mir Sabine von dem Buch und bei einem anschließenden Bibliotheksbesuch entdecke ich es sofort und habe es prompt entliehen.

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